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Strategien im Rahmen von Stammzell- und
Gewebetransplantation an Zielorganen: Herz, Gefäßsystem und
Gewebestrukturen
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Rekonstruktion der Aorta
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Organ/Implantat-Interaktion auf zellulärer
Ebene im Gefäßsystem (Stents, Kreislaufunterstützungssysteme,
Schrittmachern und Defibrillatoren sowie biventrikuläre
Synchronisationssysteme bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz.
1.
Rekonstruktion von arteriellen Gefäßen
Kleine Gefäße:
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Unter diesem Oberbegriff
werden die wissenschaftlichen Aktivitäten zur Behandlung des akuten
Koronarsyndroms und des akuten Herzinfarktes zusammengefasst. Die
Rostocker Arbeitsgruppe hat als erste in Deutschland ein
flächenübergreifendes interventionelles Infarktversorgungskonzept
entwickelt und umgesetzt, welches die Bezeichnung Drip & Ship trägt
und die Direktverlegung und Versorgung von Infarktpatienten im
Herzkatheter umfasst (24 Std/7 Tage). Bei Drip & Ship I handelt es
sich um eine Registerstudie, in die Patienten mit akuter
Koronarintervention bei drohendem oder akutem Herzinfarkt aufgenommen und
unter pharmakologischer Begleittherapie interventionell, d. h. mit
Ballon-Katheterrevaskularisation und intrakoronarer Stentplatzierung,
behandelt werden. Dieses Konzept hat sich inzwischen durchgesetzt und wird
weitgehend akzeptiert mit der Folge, dass die bisherige
Standardbehandlung, nämlich die intravenöse Thrombolyse, im lokoregionalen
Netzwerk von Rostock (und in anderen Regionen) abgelöst wurde. Derzeit
wird die prospektive Studie Drip & Ship II initiiert, bei
der im randomisierten Vergleich unterschiedliche pharmakologische
Be-gleittherapiekonzepte untersucht werden. Diese Studie wird unter der
Ägide der Rostocker Arbeitsgruppe in 5 Zentren in Deutschland laufen.
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Eine weitere wesentliche
Aktivität im Koronarbereich ist die Beschäftigung mit intra-koronaren
Stentsystemen. Die Rostocker Arbeitsgruppe ist führend in der Nutzung
von Medikamenten freisetzenden Koronarstents zur Verhinderung von
Restenosierungen und nimmt an allen wichtigen internationalen Studien
aktiv teil (TAXUS, German Cypher)(234,235,237).
Darüber hinaus wurde in der Rostocker Arbeitsgruppe ein neuartiges Konzept
untersucht, nämlich Medikamenten freisetzende Koronarstents im akuten
Herzinfarkt (mit Erfolg) zu verwenden(230). Im Rahmen der
Risikoanalyse von Herzinfarktpatienten wird mit NTpro-BNP im Serum ein
neuer Serummarker wissenschaftlich untersucht, der möglicherweise schon
frühzeitig die Prognose nach Herzinfarkt besser als andere Parameter
beschreibt.
Große Gefäße:
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Die Rostocker
Arbeitsgruppe hat wesentliche Beiträge in der Diagnostik und Therapie von
thorakalen Aortenerkrankungen geleistet und neben der inzwischen in
Leitlinien akzeptierten nichtinvasiven Diagnostik von Erkrankungen der
Aorta (mittels CT, MRT sowie transthorakale Echokardiographie)(72,77)
auch auf therapeutischer Ebene ein neues Konzept entwickelt: die Stent
gestützte Rekonstruktion der Aorta bei akuten Dissektionen(153-156).
Dieses Verfahren wurde erstmals von uns an Patienten praktiziert nach
umfangreichen Voruntersuchungen und ist inzwischen eine akzeptierte
Strategie geworden. Derzeit läuft eine internationale randomisierte Studie
unter der Leitung der Rostocker Arbeitsgruppe zum Einsatz dieses
Therapiekonzeptes an 15 europäischen Zentren (INSTEAD-Studie:
Investigation of stent-grafts in the aortic dissection)(159,166,170,171,173,186,187,194,197,198,213,214,216,219).
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Neben der klinischen
Beschäftigung mit Aortenerkrankungen wird auf experimentell
wissenschaftlicher Ebene dieser Komplex begleitet durch serologische und
immun-histochemische Untersuchungen an arteriellen Biopsiepräparaten, die
während einer Stentplatzierung vom Menschen gewonnen werden. Im
Biopsiepräparat wird die Expression von inflammatorischen Markern,
von verschiedenen Metallo-Proteinasen im Gewebe, sowie die Expression von
weiteren biologischen Parametern gemessen, die möglicherweise ein Ausdruck
für die Aktivität der inflammatorischen Gefäßerkrankung sind. Parallel
dazu laufen Untersuchungen zur Identifizierung von Biomarkern im Serum,
sodass in Zukunft möglicherweise auf Biopsate verzichtet werden kann.
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Die hier geschilderten
Aktivitäten sind einerseits international mit verschiedenen
Arbeits-Gruppen vernetzt, aber auch intern innerhalb der Fakultät in enger
Kooperation mit der
Abteilung für Thorax- und Gefäßchirurgie, Herzchirurgie und Radiologie
sowie dem Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie
durchgeführt worden.
2.
Regeneration von infarziertem Myokard
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Ein zweiter wesentlicher
Schwerpunkt der wissenschaftlichen Aktivitäten der kardiologischen
Abteilung stellt die Thematik der Regeneration von infarziertem
Myokardgewebe sowie neuartige Behandlungsmethoden der Herzinsuffizienz
dar. Verschiedene Ansätze unter Nutzung neuartiger zellbasierter
Therapiekonzepte sind bisher untersucht worden, bzw. werden gegenwärtig
experimentell und klinisch untersucht. Zum einen wurde eine Pilotstudie
abgeschlossen mit der intramyokardialen Injektion von
Knochenmarks-basierenden Stammzellen während einer Herzoperation
bei Patienten, die nach einem ausgedehnten Herzinfarkt mit Bypassanlage
revaskularisiert wurden. Die adjuvante Injektion von Stammzellen zeigte
dabei einen Effekt im Sinne verbesserter Durchblutung(205,211).
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Parallel laufen bei
Patienten mit ausgeprägter schwerer Herzinsuffizienz, die nicht mehr
operabel sind, Untersuchungen mit der Katheter-basierten Injektion von
anderen Stammzellen, so genannten Myoblasten, die aus peripheren Muskeln
gewonnen, kultiviert und amplifiziert wurden, um schließlich in einem
Abstand von ca. 4 Wochen nach Gewinnung in das infarzierte Myokard per
Katheter injiziert zu werden, nach ca. 20 Injektionen konnte in der ersten
Serie von Patienten ein günstiger Effekt auf die Leistungsfähigkeit und
den Schweregrad der Herzinsuffizienz erzielt werden. Offen-sichtlich
gedeihen die injizierten Myoblasten im neuen Umfeld und tragen zur
verbesserten Funktion des linken Ventrikels bei.
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In einem weiteren
aktuellen Projekt wurden Patienten in der akuten Infarktphase, sozusagen
in der Phase der Nekrotisierung, mit Zytokinen behandelt, d. h. mit
GCSF (Granoluzytenstimulierenden Faktoren), die ihrerseits
Stammzellen aus dem Knochenmark mobilisieren und dem geschädigten Myokard
im Blutstrom zur Verfügung stellen. Dieses Konzept ist in einer Pilotphase
an jeweils 15 Patienten randomisiert untersucht worden. Die bisherigen
Ergebnisse sind viel versprechend und werden zur Publikation eingereicht(225).
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Für alle 3 genannten
Strategien wurden nicht nur erhebliche finanzielle Mittel zur Anschaffung
notwendiger Geräte, Katheter und Steuerungsinstrumente investiert, sondern
auch eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Hämatologie/Onkologie
sowie der Herzchirurgie an der Universität Rostock und der Firma
Bioheart etabliert. Alle 3 Ansätze sind experimentell hochinteressant
und bei klinischer Eignung Richtung weisend für die nahe Zukunft im Sinne
einer regenerativen Therapie nach Herzinfarkten und bei schwerer
Herzinsuffizienz.
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